Fakultät für Physik
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Nachruf Professor Dr. Axel Schenzle (1943-2016)

München, 24.05.2016

Die Fakultät für Physik ist in tiefer Trauer um Professor Axel Schenzle, der am 23. Mai im Alter von 72 Jahren in München verstorben ist. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke bei Kolleginnen und Kollegen, Studierenden, Wegbegleitern und Freunden.

Axel Schenzle studierte Physik an der Universität Stuttgart, wo er 1974 promovierte wurde. Von 1974 bis 1985 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Theoretische Physik der Universität Essen und forschte von 1974 bis 1976 am IBM Research Laboratory in San Jose, USA. 1985 trat er seine erste Professur in Essen an und wechselte 1987 auf die Professur für Theoretische Quantenoptik an die Fakultät für Physik der LMU München. In der Zeit von 1999 bis 2001 war er Prorektor der LMU. 2003 bis 2014 war Axel Schenzle Dekan der Fakultät für Physik, ein Amt, das er zwischen 1995 und 1999 schon einmal ausfüllte. Zahlreiche Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn immer wieder an verschiedene Institute unter anderem in die USA, nach Japan und Chile.

Seine physikalische Forschung, seine universitäre Lehre und sein außerordentliches Engagement für die Fakultät für Physik sowie das Fach Physik als solches wurden vielfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Gottschalk-Diederich-Baedeker-Preis für seine Habilitation "Multiplikative stochastische Prozesse in Physik und Chemie"(1985), mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland (2006) sowie mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Preis für gute Lehre des Freistaates Bayern (beide 2008).

Mit Axel Schenzle verliert die Physik einen herausragenden Forscher und Lehrer, der hohe internationale Anerkennung genoss und wichtige Impulse in der Quantenoptik setze. In seinen Forschungsarbeiten behandelte er unter anderem den Quanten Zeno Effekt, Quantensprüngen, Bose-Einstein-Kondensation, statistischen Eigenschaften von Lasern und Masern sowie auch grundlegende Eigenschaften von stochastischen Prozessen in der Physik. Exemplarisch sei hier die Arbeit zu multiplikativen stochastischen Prozessen mit Helmut Brand erwähnt, in der das Problem von multiplikativem Rauschen physikalisch motiviert, mathematisch formuliert, vollständig gelöst und Anwendungen davon besprochen werden. Aufgrund seiner fachlichen Kompetenz war er ein sehr geschätzter Kollege, der wegen seines Ideenreichtums und seiner Begeisterungsfähigkeit ein immer gern gesuchter Gesprächspartner war.

Als wissenschaftlicher Lehrer überzeugte Axel Schenzle mit klar strukturierten, zudem kurzweiligen Vorlesungen, was von den Studierenden immer wieder hervorgehoben wurde. Dabei gelang es ihm, die Studierenden mit Ideen, Arbeitsweisen und Inhalten aus allen Teilgebieten der Theoretischen Physik vertraut zu machen. Besondere Anerkennung verdient seine kontinuierliche Verknüpfung von Theoretischer und Experimenteller Physik in den Lehrveranstaltungen, die die Inhalte der Fächer - vor allem auch seines Spezialgebiets der Quantenphysik – anschaulich und verständlich machten.

Die Fakultät für Physik verliert einen langjährigen Gestalter und Förderer, der es verstand, die Physik an der LMU München in Zeiten des Wandels erfolgreich zu positionieren und auszubauen. In seiner langjährigen Amtszeit als Dekan hat Axel Schenzle grundlegende Veränderungsprozesse, wie beispielsweise die Exzellenzinitiative und die Studienreform sowie die Planungen für den neuen Physik-Campus, mit großem Einsatz und viel Hingabe begleitet. Er hat durch sein Wirken entscheidend dazu beigetragen, dass sich die Fakultät in ihrer Gesamtheit als Ort international sichtbarer Spitzenforschung etablieren konnte und so auch über die Grenzen Deutschlands hinaus wahrgenommen wird.

„Wir verlieren mit ihm eine hoch angesehene Persönlichkeit und einen großartigen Menschen, dem wir zu tiefem Dank verpflichtet sind. Nicht nur in Forschung und Lehre hat er Hervorragendes geleistet, sondern insbesondere als langjähriger Dekan hat er die Fakultät für Physik maßgeblich geprägt und entscheidende Weichen gestellt,“ so Prof. Dr. Ralf Bender, seit 2014 Nachfolger im Amt des Dekans der Fakultät für Physik.

Die Fakultät für Physik wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser ganzes Mitgefühl gilt seiner Familie.

Die Trauerfeier findet im engsten Kreise der Familie statt.

Kondolenzen richten Sie bitte an das Dekanat der Fakultät für Physik, Ludwig-Maximilians-Universität München, Schellingstraße 4, 80799 München.