Fakultät für Physik
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Hauptseminar: Vincent van Gogh und die Tradition der Moderne – Übersicht

Der bildsprachliche Diskurs im Lichte der physikalischen Theorien zu Beginn des 20. Jahrhunderts (interdisziplinäre Lehrveranstaltung mit dem kunsthistorischen Institut)

Informationen zur Vorlesung

Zeit und Ort

Freitag 16.00 - 19.00 am 27.4. (Vorbesprechung), 04.05.2007, 11.05.2007, 18.05.2007, 25.05.2007, 01.06.2007, 22.06.2007, 29.06.2007, 06.07.2007

Das Hauptseminar "Vincent van Gogh und die Tradition der Moderne. Der bildsprachliche Diskurs im Lichte physikalischer Theorien zu Beginn des 20. Jahrhunderts." wird im Sommersemester 2007 in Kooperation von Prof. Dr. Rainer Crone (Institut für Kunstgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität) und Prof. Dr. Martin Faessler (Department für Physik, Ludwig-Maximilians-Universität, CERN) zu einem interdisziplinären Diskurs anregen, der parallele und wechselseitige Entwicklungen der vermeintlich unvereinbaren Weltbilder von Kunst und Naturwissenschaft aufzeigt. 

Gerade in der Zeit um 1900 fanden revolutionäre Umbrüche statt, welche paradigmatische Veränderungen in beiden Bereichen nach sich zogen. Im Bereich der bildenden Künste bereiteten Maler, allen voran van Gogh und Picasso, durch eine Abkehr von den mimetischen Darstellungskonventionen der Akademien den Weg in die bildnerische Revolution der Gegenstandslosigkeit, bzw. der radikalen Abstraktion vor. Dies soll anhand einer prägnanten Entwicklungsgeschichte von herausragenden Einzelpersonen exemplifiziert werden.

Der in diesem Zusammenhang interessante Bezug zur Physik ist die zeitlich parallel  stattfindende zweite kopernikanische Wende, welche die Fundamente des klassischen newtonschen Weltbildes (absoluter Raum und Zeit, natura non saltat) durch die neue relativistische und quantenphysikalische Beschreibung von Mikro- und Makrokosmos fundamental erweitert und teilweise abbricht. Überraschende Aspekte von Begriffen wie 'Raum', 'Zeit', 'Energie', 'Masse' und 'Licht'  wurden dadurch erst dem menschlichen Verstand zugänglich gemacht. Die sich daraus ableitenden erkenntnistheoretischen Folgen haben ihre unauslöschbaren Spuren in allen Bereichen hinterlassen, die sich mit den Fragen der Wahrnehmung in der Vermittlung zwischen Subjekt und Objekt auseinandersetzen. Philosophen wie Edmund Husserl, Martin Heidegger oder Hans Blumenberg bilden dabei eine theoretische Brücke zwischen den Aussagen der modernen Physik und bildsprachlichen Formulierungen.

Ein umfangreicheres Verständnis der Entwicklungsgeschichte dieser beiden scheinbar konträren Bereiche erschließt dem Rezipienten das sublime Weltbild, in dem er existiert - aus dem sich Kunst letztendlich generiert.

 

Verantwortlich für den Inhalt: Meike.Dlaboha@physik.uni-muenchen.de