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ESA gibt Go für Euclid-Weltraummission

Die Universitätssternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching sind wichtige Partner der Euclid-Weltraummission, die nun von der europäischen Weltraumagentur ESA für das “Cosmic Vision”-Programm ausgewählt wurde. Euclid soll 2019 starten und dann die beschleunigte Ausdehnung des Universums vermessen, um so einem der größten physikalischen Rätsel unserer Zeit auf die Spur zu kommen: Der "Dunklen Energie" die als treibende Kraft der beschleunigten Ausdehnung gilt. Für die Entdeckung der Dunklen Energie wurde auch der diesjährige Physik-Nobelpreis verliehen.

München, 04.10.2011

Den Grund für die beschleunigte Ausdehnung des Universums zu finden, ist eine der faszinierendsten Herausforderungen für die Kosmologie und die Physik des 21sten Jahrhunderts. Astronomen und Physiker sind überzeugt, dass die Entdeckung der grundlegenden Natur dieser geheimnisvollen Kraft zu einer Revolution bei unserem Verständnis der Quantenphysik, der Gravitation und der Physik des frühen Universums führen wird.

Euclid ist als Weltraummission der ESA darauf ausgelegt, die Ursache für diese beschleunigte Ausdehnung zu finden - von Physikern und Astronomen wird diese Größe als „Dunkle Energie“ bezeichnet. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass die dunkle Energie mehr als 70% der Materie- und Energiedichte unseres heutigen Universums ausmacht und dadurch seine Entwicklung antreibt.

Euclid wird mehrere hundert Millionen Galaxien über einen weiten Himmelsbereich beobachten und die sichtbaren Spuren der dunklen Energie, der dunklen Materie und der Schwerkraft in der Geometrie des Universums und der kosmischen Geschichte der Strukturbildung aufspüren. Durch die Vermessung der scheinbaren Form und Verteilung von Galaxien im Universum können die Astronomen dann Rückschlüsse darauf ziehen, was die dunkle Energie ist und ob die allgemeine Relativitätstheorie auch auf Skalen über Milliarden Lichtjahren die Gravitation richtig beschreibt. Dazu wird der Satellit mit einer optischen Bildkamera (VIS) und einer kombinierten Spektrograph-Bildkamera für den Nahinfrarotbereich (NISP) ausgestattet sein, die von einem europäischen Konsortium aus mehr als 110 Laboratorien und 800 Wissenschaftlern in ganz Europa entwickelt werden.

Die Universitätssternwarte der LMU und das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) spielen bei Euclid eine entscheidende Rolle. Die USM ist federführend an der Vorbereitung der ergänzenden bodengebundenen Daten beteiligt sowie ihrer Zusammenführung mit den optischen und Infrarot-Daten von Euclid. Das MPE ist für das optische Gesamtdesign des Nahinfrarot-Instruments zuständig; außerdem wird das MPE alle Linsen sowie ihre Befestigungen bereitstellen und die Funktionalitätstests durchführen. Darüber hinaus ist das MPE aktiv an der Verarbeitung der Missionsdaten beteiligt.

Prof. Ralf Bender (LMU und MPE), Mitglied des Euclid Konsortiumrates, erklärt: „Euclid wird nicht nur sehr enge Grenzen an die Dunkle Energie stellen und uns damit einen großen Schritt bei der Lösung dieses kosmologischen Rätsels voranbringen. Die Mission wird auch zu vielen neuen Einblicken in die Entwicklung von Galaxien und Galaxienhaufen führen, einem sehr interessanten Forschungsgebiet für unsere Wissenschaftler.“

Neben der ESA besteht das Euclid-Konsortium aus folgenden Ländern: Dänemark, Deutschland, Finland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Rumänien, Schweiz, Spanien, Vereinigtes Königreich, mit Beiträgen von Laboratorien in den USA. Deutsche Partner sind die Universitätssternwarte München, das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, die Universität Bonn sowie das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.esa.int/esaCP/SEMOZ59U7TG_index_0.html
und
www.mpe.mpg.de/main-d.html

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ralf Bender
Universitätssternwarte der LMU und MPE
Exzellenzcluster „Origin and Structure of the Universe“
Tel.: 089 / 2180 – 5999
E-Mail: bender@usm.lmu.de