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Nano Innovation Award 2020

Nanostrukturen mit vielfältigen Anwendungen

München, 24.07.2020

Das LMU Center for NanoScience (CeNS) und drei Spin-off Unternehmen prämieren gemeinsam innovative Doktorarbeiten aus der Nanotechnologie. Ein Würzburger und zwei Münchener Forscher erhalten den begehrten Nano Innovation Award 2020.

Am 24. Juli wurde der Nano Innovation Award 2020 am Center for NanoScience (CeNS) der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München verliehen. Drei Doktoranden aus Würzburg und München erhielten Preise für vielversprechende, anwendungsorientierte Ergebnisse. Der bayernweite Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wird von einer Expertenjury aus Wissenschaft und Wirtschaft vergeben.

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Nanowissenschaftliche Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren viele Anwendungen hervorgebracht - mit großem wirtschaftlichem Potential. Der Nano Innovation Award konzentriert sich deshalb speziell auf innovative Arbeiten von Nachwuchsforschern mit vielversprechenden Möglichkeiten für Technologietransfer.

Alles im blauen Bereich - Perowskit-Nanokristalle für LEDs der nächsten Generation

bernhard_bohn_small Der mit 3.500 Euro dotierte erste Preis ging an Dr. Bernhard Bohn aus der Gruppe von Prof. Jochen Feldmann an der LMU München. Ihm gelang ein technologischer Durchbruch bei der Herstellung von Lichtemittern auf Basis von Perowskit-Nanokristallen mit einer bis dahin unerreichten Quantenausbeute im blauen Spektrum. Der blaue Wellenlängenbereich war zuvor in Perowskit-basierten Systemen nicht zugänglich. Dieser Erfolg basiert auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen Dr. Bohns zum Verständnis der Lichtemissionsdynamik in solchen Nanostrukturen, die eine Optimierung der Nanokristalle in Richtung der gewünschten sehr hohen Emissionsausbeute ermöglichten. Die Ergebnisse versprechen vielfältige Anwendungen, beispielsweise durch die Implementierung von weißen Voll-Perowskit-LEDs, einer vergleichsweise kostengünstigen Technologie.

DNA-Nanotechnologie für sensitive Diagnostik

linh_nguyen_small Linh Nguyen aus der Gruppe von Prof. Tim Liedl an der LMU München gewann den mit 2.500 Euro dotierten zweiten Preis. Sie hatte eine einfache, aber brillante Idee für eine „one-pot“ Reaktion zur Synthese hochstabiler Silbernanopartikel, die mit einer Vielzahl hydrophiler Ankergruppen, einschließlich DNA, beschichtet werden können. Ihre neue Methode löst das seit langem bestehende Problem, dass Silbernanopartikel mit jeglicher Beschichtung in wässriger Umgebung schnell abgebaut werden. Da Silber ein hervorragendes Material für plasmonische Studien und Verfahren ist, eröffnet sich eine breite Palette technologischer Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise in der Diagnostik. So konnte Linh Nguyen bereits beeindruckende Ergebnisse mit Lateral-Flow-Assays erzielen, bei denen ihre silberbeschichteten Partikel eine höhere Nachweisempfindlichkeit erzielen als Standard-Goldnanopartikel. Dieser innovative Ansatz ist bereits zum Patent angemeldet. Zusammen mit einem Kollegen arbeitet Linh Nguyen nun daran, ihre Ideen in einem Start-up zu kommerzialisieren.

Beispiellose Präzision: Monokristalline Goldplättchen für die Nanophotonik

enno_krauss_small Der dritte Preisträger kam aus der Gruppe von Prof. Bert Hecht von der Universität Würzburg: Enno Krauss entwickelte eine clevere Methode zur Optimierung des Herstellungsprozesses plasmonischer Nanostrukturen unter Verwendung monokristalliner Goldplättchen. Damit gelang es ihm, extrem präzise Anordnungen von Goldnanodrähten herzustellen. Diese Ergebnisse könnten in Zukunft ein breites Anwendungsspektrum in der Nanophotonik und neue Möglichkeiten in der Quanteninformationsverarbeitung eröffnen. Enno Krauss ist Teil eines Teams, das bereits eine EXIST-Förderung für das Start-up NanoStruct erhalten hat. Das Start-up arbeitet daran, die homogenen metallischen Nanostrukturen für die kommerzielle Massenproduktion verfügbar zu machen.

Eine Institution, die Karrieren fördert

Das LMU Center for NanoScience verleiht den Nano Innovation Award 2020 gemeinsam mit drei CeNS Spin-offs: attocube systems, Nanion Technologies und NanoTemper Technologies. „Alle drei Unternehmen sind aus der besonderen Mischung aus Top-Wissenschaft und Technologie am CeNS hervorgegangen. Der Nano Innovation Award zielt darauf ab, diese Tradition aufrechtzuerhalten und eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und Technologie zu schlagen. Der Preis dient auch dazu, Karrieren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Industrie zu fördern und das Bewusstsein für die Komplementarität beider zu schärfen. Unsere Gesellschaft profitiert von großartiger Wissenschaft und den daraus entstehenden unternehmerischen Chancen.“, sagt Prof. Khaled Karrai, wissenschaftlicher Direktor von attocube und Mitglied der Jury.

Das Center for NanoScience (CeNS) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der LMU München, die interdisziplinäre Forschung auf dem Gebiet der Nanowissenschaften fördert und koordiniert. Dabei werden von CeNS verschiedene Disziplinen wie Physik, Chemie, Biochemie und Pharmazie überspannt. In CeNS kooperieren neben Arbeitsgruppen der LMU auch Gruppen der TU München, der Universität Augsburg, des Max-Planck-Instituts für Biochemie und anderer Institutionen im Münchner Raum.

Kontakt:

Dr. Susanne Hennig
Center for NanoScience (CeNS), LMU München
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: +49-89-2180-5791
www.cens.de, hennig@cens.de