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Auszeichnung

ERC-Starting Grant für Dr. Friedhelm Serwane

München, 01.09.2020

Welche Rolle spielen mechanische Kräfte bei der Entstehung von neuronalen Netzwerken, wie z.B. der menschlichen Netzhaut? Diese Fragestellung wird die neue ERC-Forschungsgruppe, geleitet von Dr. Friedhelm Serwane, ab September 2020 an der LMU in Angriff nehmen. In dem mit 1.5 Millionen Euro dotierten EU-Projekt ROMB: Retina Organoid Mechanobiology wird das Team auf eine einzigartige Kombination von biophysikalischen Methoden und stammzellbasierten Zellverbünden (Organoide) setzen. Dies erlaubt eine gezielte physikalische Manipulation von neuronalen Systemen außerhalb des menschlichen Körpers in einer Petrischale.

Dr. Friedhelm Serwane

Die Forschung trägt zum einen zum fundamentalen Verständnis des Entstehens neuronaler Netze bei. Zum anderen stellt sie eine Anwendung in der Modellierung neuronaler Krankheiten, wie z.B. Alzheimer in Aussicht. Dazu wird das interdisziplinäre Forschungsteam starken Anschluss an die Soft Matter Gruppe der LMU finden, sowie in das Expertennetzwerk des Munich Cluster for Systems Neurology (SyNergy) eingebettet werden.

Friedhelm Serwanes Forschungslaufbahn zeichnet sich durch seine Neugier für fundamentale Systeme in verschiedenen Disziplinen aus: nach seiner Promotion im Bereich der ultrakalten Quantengase (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2011) wechselte er in die Biophysik durch Postdoc-Aufenthalte am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg (EMBL, 2012-2013) und an der University of California, Santa Barbara (UCSB, 2013-2016). Als Feodor-Lynen Stipendiat erforschte er dort die Rolle der Mechanik während der Embryonalentwicklung.

Stammzellbasierte, neuronale Zellsysteme (Retina Organoide) weckten sein Interesse, sodass er diese als Projektleiter am Max-Planck Institut für medizinische Forschung in Stuttgart etablierte (2016-2018). Erfahrung im Führen von Wissenschaftlern an der Schnittstelle zwischen universitärer und industrieller Forschung gewann er bei Airbus in der Zentralforschung im Bereich der Quantensensorik und -kommunikation (München, 2019-2020).