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Neuer Lehrstuhl zur Quantenoptik um Prof. Immanuel Bloch startet an LMU.

Im Zentrum der Forschung des neuen Lehrstuhls stehen Grundlagenexperimente mit ultrakalten Atomen in künstlichen Kristallen aus Licht, die als als Modellsysteme der Festkörperphysik und zur Quanteninformation eingesetzt werden können. "Mit dem Abschluss der Renovierungsarbeiten der Laserlabore in der Schellingstrasse sind hervorragende Bedingungen für unsere Arbeit geschaffen worden.", so Prof. Bloch.

München, 25.09.2009

Mit ultrakalten Quantengasen in Lichtkristallen beschäftigt sich Prof. Dr. Immanuel Bloch, der im Mai an die LMU zurückgekehrt ist. Seither hat er an der Fakultät für Physik eine Professur für Experimentalphysik – Quantenoptik – inne und ist zugleich Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ).

Bloch, Jahrgang 1972, studierte Physik an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt an der Stanford-Universität stieß er 1998 zu der Abteilung Laserspektroskopie von Professor Theodor Hänsch an der LMU und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) in Garching. Im Jahr 2000 promovierte er an der LMU über das Thema „Atomlaser und Phasenkohärenz atomarer Bose-Einstein-Kondensate“. Als wissenschaftlicher Assistent setzte er seine Forschungen an LMU und MPQ fort, bis er 2003 dem Ruf auf einen Lehrstuhl für Physik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz folgte. Nach fünf Jahren Abwesenheit kehrte er ans MPQ und die LMU zurück – und das, obwohl er in diesem Jahr auch Angebote für eine Professur sowohl in Harvard als auch in Stanford erhielt.

Immanuel Blochs Arbeitsgebiet ist die Untersuchung ultrakalter Quantengase in künstlichen Kristallen aus Licht, sogenannten optischen Gittern, unter verschiedenen Aspekten. So können diese Systeme das Verhalten von Festkörpern modellieren und damit helfen, Eigenschaften wie Magnetismus oder Supraleitung besser zu verstehen. Dies wird auch der zentrale Schwerpunkt von Blochs Forschung in München sein. Ein weiteres Thema ist die Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Quanteninformation. Mit einzelnen, in optischen Gittern gezielt deponierten Atomen lassen sich zum Beispiel Schaltungen wie Quantengatter realisieren. Des Weiteren führt Bloch spektroskopische Untersuchungen höchster Präzision an kalten Atomen und Molekülen durch, die in einem solchen Lichtkristall ortsfest gebunden sind. "Den Grundstein für diese Arbeiten hat Professor Hänsch mit seiner Methode der Laserkühlung von Atomen gelegt, er ist gewissermaßen der ’Vater’ der kalten Atome", meint Professor Bloch.
Unter anderem wurde Bloch bereits mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

Die Webseiten der neuen Arbeitsgruppe können unter www.quantum-munich.de erreicht werden.

LS Prof. Immanuel Bloch
Fakultät für Physik
Ludwig-Maximilians-Universität
Schellingstrasse 4 / 1. & 2. Stock
80799 München
Tel.: +49 (89) 2180 6130