Fakultät für Physik
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Prof. Dr. Bernhard Mayer

Sein Thema ist der Strahlungstransport in der Atmosphäre, also die Ausbreitung solarer und thermischer Strahlung: Professor Bernhard Mayer hat im Sommersemester 2009 den Lehrstuhl für Experimentelle Meteorologie an der LMU übernommen.

München, 29.10.2009

Warum er sich für die LMU entschieden hat? „Das meteorologische Institut der LMU hat Weltruf auf dem Gebiet des atmosphärischen Strahlungstransports. Ich freue mich darauf, dieses Thema in Forschung und Lehre zu vertreten, und möchte die Synergien mit den naheliegenden Instituten, insbesondere dem DLR Oberpfaffenhofen, nutzen“, so Mayer. Der 1966 geborene Mayer studierte Allgemeine Physik an der Technischen Universität München und beschäftigte sich bereits während dieser Zeit intensiv mit der Physik der Atmosphäre. Seine 1996 veröffentlichte Doktorarbeit trägt den Titel „Messung und Modellierung der spektralen UV-Bestrahlungsstärke in Garmisch-Partenkirchen“. Darin geht es um die Quantifizierung der UV-Strahlung sowie den Einfluss von Wolken, Aerosol – auch „Feinstaub“ genannt – und Ozon. Im Anschluss arbeitete Mayer zwei Jahre lang als DAAD-Stipendiat am „National Center of Atmospheric Research“ (NCAR) im US-amerikanischen Boulder, Colorado, das als „Mekka der Atmosphärenforschung“ gilt. Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen tätig, seit 2002 als Leiter der Abteilung Fernerkundung der Atmosphäre. Schwerpunktthemen waren die Fernerkundung von Wolken, insbesondere Kondensstreifen und Zirren, mit meteorologischen Satelliten und die Untersuchung des Einflusses von Luftverkehr auf das Klima. „Wir haben nicht nur die Umweltwirkung von Flugzeugen untersucht, sondern versuchen in einem laufenden Projekt zusammen mit Lufthansa Systems und der Deutschen Flugsicherung, Flugrouten zu optimieren, um die Klimawirkung zu minimieren.“ Mayer hat eines der bekanntesten Strahlungstransportmodelle entwickelt, das – neben Berechnungen der solaren und thermischen Strahlung – auch für die Entwicklung neuer Fernerkundungsverfahren und die Prognose des Ertrags von Solarkraftwerken verwendet wird. An der LMU wird er zusammen mit seinen Kollegen neue optische Messtechniken zur Vertikalsondierung von Wolken entwickeln. Laut dem aktuellen Bericht des Weltklimarates sind Wolken nach wie vor der größte Unsicherheitsfaktor bei der Prognose des zukünftigen Klimas – die Arbeiten an der LMU sollen dazu beitragen, die Unsicherheiten, die sich durch Wolken ergeben, zu reduzieren.